Festivo um Festivo

Festivos meint Feiertage. Und diese mögen die Kolumbianer ganz besonders. So sehr, dass sie diese am liebsten immer Montags haben, um ein langes Wochenende so richtig zu genießen. Und fällt ein Feiertage mal auf einen Sonntag? Ach einfach am Montag nachholen. Wie gesagt so getan! 
Das heißt, sehr viele Feiertage werden einfach auf den nächsten Montag verschoben, auch wenn sie eigentlich an einem Mittwoch waren, so wie dieses und letztes Wochenende.
Und um solch ein verlängertes Wochenende so richtig zu genießen, sollte man am besten wegfahren! Genau das habe ich die letzten beiden Wochenenden gemacht.
So kam es das wir vom 04.- 06. November an den Lago Calima gefahren sind, einen See der ungefähr 2 Stunden von Cali entfernt liegt. Unsere kleine Reisetruppe bestand aus neun Leuten: Mathilda, Felix, Clara, Mara, Jana und David, Jose, Dayan ( drei Kolumbianer, von denen ich bis zu diesem Wochenende nur David kannte) und ich.
Ganz spontan und ganz nach kolumbianischer Art hatten wir zwei Tage vorher eine Finca gebucht in der Platz für 16 Personen war und die mit einem Pool ausgestattet war. Anlass dieses Trips war außerdem der Geburtstag von Mathilda, der am vorhergehenden Mittwoch war.
So ging es also Samstag früh mit dem Bus zum Lago Calima, raus aus dem Cali- Getümmel und rein in die Auszeit. Und das war es wirklich, weg von Alltag, durchatmen. Das braucht man manchmal. So hatten wir ein Wochenende bestehend aus drei Tagen kleinem Paradies und viel Spaß.  Pancakes zum Frühstück, deutsches Möhrengemüse zum Abendbrot, ‚Cards against Humanity‘ und ‚Werwolf‘ als Gesellschaftsspiel und deutsches Bier zum anstoßen. Prost!
Zwischendrin in der Sonne brutzeln, damit man nicht ganz so aussieht wie der deutsche Weißkäse, und danach im Pool abkühlen. Irgendwie hatte das ganze einen kleinen Touch von Klassenfahrt.

Nachdem die drei Tage um waren, ging es Montag dann wieder zurück nach Cali, zurück in den Alltag.

Aber die nächste kleine Auszeit sollte nicht lange auf sich warten lassen. Denn nächstes Wochenende, nächster Festivo. Da habe ich mich dafür entschieden allein nach Buga zu fahren um die liebe Mara zu besuchen. Da ich bisher nicht in Buga war, dieses sich aber lediglich eine Stunde von Cali entfernt befindet, war meine Neugier geweckt. Und so ging es nach Buga! Begrüßt wurde ich von Mara und später von ihrer Gastmama mit einem herzlichen „Mi casa es tu casa.“ Da fühlt man sich doch sofort wohl.

Buga ist klein, so klein dass man auch einfach mal durchatmen kann. Jede Taxifahrt kostet 4100 Pesos und alles ist recht übersichtlich, zumindest das was ich bisher mitbekommen habe. Du bist raus aus dem Großstadt- Smog , aber nicht in einem Dorf, eben einfach eine Kleinstadt. Mich wird es da in Zukunft sicherlich öfter hinziehen.
Am Samstag haben Mara und ich irgendwie den gesamten Tag nur gegessen. Während wir erst am frühen Nachmittag nach meiner Ankunft in einem Café waren, ging es danach zu Mara nach Hause wo wir Mittag gegessen haben. Danach sind wir in ein weiteres Café um dort Browies zu essen und anschließend in eine Pizzeria um dort Pizza zu essen und Maracujawein zu trinken. Vollgefuttert übermannte uns dann die Müdigkeit und so landeten wir bei Mara mit Süßigkeiten und einem schnulzigen Liebesfilm im Bett. Glaubt mir, solche Tage tun auch mal gut!

Am nächsten Tag wurde ausgeschlafen und weitergefuttert (Eierkuchen und Früchte zum Frühstück) und dann machten wir uns auf den Weg nach Tuluá, was sich noch einmal eine halbe Stunde von Buga entfernt befindet. Dort trafen wir uns mit Dayan, die dort lebt und uns die Stadt zeigte. So kam es auch, dass ich das erste mal Motorrad gefahren bin. Zwar nicht selbst, aber immerhin hintendrauf.
Natürlich immer schön mit Helm, liebe Mama.
Das schöne Wetter und die Hitze trieben uns dann in so eine Art Wasserpark, bestehend aus einen normalen Pool und mehreren Tümpeln und einem kleinen Fluss, der wohl so eine Art ’natürlichen Pool‘ darstellen sollte. Ganz ernsthaft? Eigentlich waren wir speziell wegen eines ’super-tollen natürlichen Pools‘ dort, aber nachdem wir einmal den gesamten Park durchquerten und wir schon kurz davor waren in den Froschtümpel zu springen, fanden wir uns damit ab, dass der Fluss wohl unser gesuchtes Ziel war.
Also setzten wir uns auf die Wiese, kühlten unsere Füße im Fluß ab und durchquerten ihn wagemutig und genossen das Wetter, bis ein Gewitter aufzog.

Bevor wir uns wieder auf den Rückweg nach Buga machten, sind wir noch in eine Spielhalle, wo man gegeneinander zu asiatischen Liedern tanzen konnte, indem man immer auf die richtigen Felder treten musste (besser kann ich das wirklich nicht beschreiben). Dort haben sich Mara und ich vor den Kindern, glaube ich, ganz schön zum Affen gemacht und Dayan hat uns ziemlich abgezogen, aber Hauptsache wir hatten Spaß. Dann noch zwei Runden Air- Hockey und schon waren wir auf dem Weg zurück nach Buga.

Dort endete unser Tag ein weiteres Mal mit Filmen und Süßem.

Der letzte Tag bestand dann nur noch aus vormittagigen Gammeln und einem weiteren Mal Eierkuchen zum Frühstück bis es für mich zurück nach Cali ging.

Manchmal braucht man einfach etwas Auszeit, auch wenn man nicht besonders viel macht sondern einfach mal den Moment genießt, mit guten Gesprächen und vielleicht einem Glas viel zu süßen Maracujawein.

 

2 Kommentare

  1. Jens Keuchel · November 14

    Hallo Lea,
    schön, dass Du auch neben dem Job Spaß und Erholung hast.
    Die Idee mit dem Montags-Festivo werde ich mal an die aktuelle Jamaika-Koalitionssondierungen weiterreichen. Finde ich echt gut.👍
    Gruß Papa

    Gefällt 1 Person

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